Denk mal

Gedanken zur Verkehrspolitik – 03.09.2017

Besonders schlaue Menschen haben herausgefunden, dass es ökologisch sinnvoll ist, Fahrzeuge mit einem Elektroantrieb auszustatten. Aha … Man baut also im ersten Schritt einen komplett zusätzlichen Antriebsmechanismus in das Fahrzeug (was dadurch schwerer und teurer wird), erzeugt in einem Braunkohlekraftwerk Strom, speichert diesen in Batterien und bewegt dann mit Hilfe dieser Batterie das Fahrzeug. Hat sich schon mal jemand überlegt, wie hoch der Effizienzgrad der eingesetzten Energie ist? Vermutlich so um die 25 % – positiv gerechnet. Der ökologische Vorteil erschließt sich mir persönlich nicht wirklich. Der einzige tatsächliche Vorteil liegt vermutlich bei den vier großen Energieversorgern, denen nach dem Wegfall der Atomkraftwerke die Gewinne schmelzen.

Ebenso schlaue Menschen haben auch herausgefunden, dass der böse Diesel das eigentlich Problem darstellt, weil er die bösen Stickoxide in die Luft pustet. Das ein Diesel wesentlich sparsamer ist als ein Benziner und somit ja erheblich weniger  Kohlendioxid erzeugt, interessiert plötzlich nicht mehr. Liegt wahrscheinlich daran, dass der geschätzte US-Präsident Trump ja schon festgestellt hat, dass das mit dem Klimawandel alles Blödsinn ist. Noch verrückter erscheint ja die Forderung, ein funktionsfähiges Fahrzeug auf den Müll zu schmeißen und ein neues nur deshalb zu kaufen, weil dieses angeblich weniger Abgase produziert. Als wenn für die Produktion des Fahrzeugs nicht erhebliche Ressourcen verwendet würden!

Und dann gibt es weitere schlaue Menschen, die sagen „die Städte sind für Menschen und nicht für Autos“. Ich bin mir nicht sicher, ob die wissen, dass Autos tatsächlich von Menschen gefahren werden. Und dass ein großer Anteil dieser Menschen tatsächliche Auto fährt, um von einem Punkt zu einem anderen zu gelangen. Zum Beispiel vom Wohnort zum Arbeitsplatz … also gar nicht unbedingt nur so aus Spaß und um den Penthouse-Bewohner zu ärgern. Denn es ist ja schließlich auch eine Tatsache, dass die Städte seit vielen Jahren jeglichen Arbeitsplatz auf ihr Gebiet locken (mit Gewerbesteuergeschenken und so weiter), so dass im Umland kaum noch Arbeitsplätze zu finden sind. Und jetzt beschweren sie sich, dass die Arbeitnehmer auf die Idee kommen, zu diesen Arbeitsplätzen zu fahren. Und womöglich benutzen diese unverschämter weise dann noch nicht mal ein Fahrrad oder die Öffis! Tja, wenn man nicht um 9 Uhr in seinem geheizten Innenstadtbüro sondern um 5 Uhr zur Frühschicht im Industriegebiet auflaufen muss, ist das mit dem Fahrrad und den Öffis manchmal gar nicht so einfach.

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Gedanken zur Energieversorgung – 24.07.2009

Hurra, die perfekte End-Lösung für den drohenden bzw. bereits stattfindenden Klimawandel ist gefunden: wir schmeißen das ganze Kohlendioxid einfach in irgendwelche Höhlen und überlassen es den kommenden Generationen, mit den Problemen fertig zu werden. Wer hätte das gedacht, dass das so einfach zu lösen ist … da hätte Al Gore es sich ja sparen können, die ganze Welt mit seinen Vorträgen und einem Oscar-prämierten Film in Panik zu versetzen.

Von wegen blödes Energie-Sparen oder Ausbau der regenerativen Energiequellen; einfach weiter wie bisher tolle Braunkohlekraftwerke in die Landschaft pflastern und die jetzt schon lächerliche Effizienz noch mal verschlechtern, indem man das Kohlendioxid abspaltet und einlagert. Und wenn sich erstmal alle daran gewöhnt haben, dass es ja ein ganz normaler Vorgang im Sinne der Gewinnmaximierung unser verantwortungsvoll planenden Energiewirtschaft ist, Produktionsrückstände zu verbuddeln, dann kann man ja auch endlich wieder ganz ungehemmt diese lustigen gelben Fässer mit radioaktiven Abfällen irgendwo fallen lassen.

Diese sog. Lagerstätten sind gemäß der bisher vorliegenden Planungen unser allseits geschätzten Regierung mal wieder alle in Norddeutschland – ist doch prima, weil die Leute da schon Erfahrung haben mit Atommüll in Bergwerken. Und das ganze ist natürlich absolut todsicher; genau wie die Asse und Gorleben. Tja, die in Bayern sind halt nicht so doof wie wir Niedersachsen; die würden ihrer Landesregierung wahrscheinlich Feuer unterm Arsch machen, wenn die auf die Idee käme, ihr Bundesland zur Müllhalde der Energiekonzerne zu deklarieren. Aber so haben wir dann später mal ne echte Alternative, ob wir schnell und schmerzfrei an einer Kohlendioxidvergiftung oder langsam und qualvoll an der Strahlenkrankheit sterben werden.


Gedanken zum Autofahren – 31.01.2009

Einer neuer Bußgeldkatalog tritt morgen in Kraft – na prima. Da sich um den alten Bußgeldkatalog ja auch keiner gekümmert hat, stellt sich die Frage: warum? Wenn jeder motorisierte Schwachkopf weiß, dass auf der A2 ein quasi rechtsfreier Raum besteht, in dem man nach Herzenslust andere Menschen in Lebensgefahr bringen kann, nutzt auch ein neuer Bußgeldkatalog nichts. Solange die Presse und andere sog. Meinungsbildner von “sportlich-aggressiven Boliden” schwärmen und die Einhaltung von Sicherheitsabständen und Tempolimits als Eingriff in die persönliche Freiheit diskreditieren, wird man wohl vergeblich auf Verkehrssicherheit hoffen. Bußgelder sind zur Erziehung von hirn- und verantwortungslosen Arschgeigen der Marke “Sportlich-dynamisch” oder “ist doch gar nichts passiert” sowieso nur bedingt geeignet.

Besser wäre eine eine sofortige Verschrottung oder das Staatsdefizitverringernde Verwertung des Fahrzeugs und das Aussetzen des dazugehörigen Fahrers auf dem nächstgelegen Rastplatz unter Einbehalt von Geld, Papieren, Handy, Schuhen und Jacke. Bei LKW’s und den weit gefährlicheren Kleintransportern der Sprinter-Klasse wird zusätzlich die Ladung an Hilfsorganisationen verschenkt.

Das grundsätzliche Problem in unserem “Freie-Fahrt-für-freie-Bürger”-Land ist eben, dass die Nichtbeachtung von Verkehrsregeln als Kavaliersdelikt und nicht als versuchter Mord betrachtet wird.
Und wer meint, ich würde übertreiben, der kann ja mal die A2 zwischen Bad Nenndorf und Hannover im Berufsverkehr ein paar Tage austesten.


Gedanken zum Volkstrauertag – 16.11.2008

Was hat mich heute bewogen, an der Kranzniederlegung am Ehrenmal teilzunehmen? Jedenfalls nicht nur die offizielle Einladung, die alle Mitglieder des Rates erhalten haben. Vielleicht die Tatsache, dass es in unserer Familie einen bedauernswerten Mangel an Großvätern gab: mein Urgroßvater ein Opfer des 1. Weltkrieges und mein Großvater ein Opfer des 2. Weltkrieges, irgendwo in Russland verscharrt. Und sie sollten ebenso wenig vergessen werden wie die Millionen andere Toter. Aber noch viel mehr der Wunsch, auszudrücken, dass Krieg meiner Meinung nach nicht das geeignete Mittel ist, die Konflikte auf dieser Welt zu lösen. Alle diejenigen, die vom Krieg “als Vater aller Dinge” und “der Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel” faseln, sollten gezwungen werden, in die Gesichter der Opfer zu schauen. Meiner Meinung nach gibt es keinen “gerechten Krieg” – nicht für König, Vaterland, Religion oder Ölfelder. Weder vor 100 Jahren noch heute. Krieg beweist eigentlich nur, dass die Menschheit entweder nicht lernen kann oder nicht lernen will.

Eine große Mehrheit der Mitglieder unseres Bundestages ist da anderer Meinung: sie glaubt an humanitäre Hilfe mit Hilfe von Schützenpanzern. Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie die Probleme in Afghanistan gelöst werden könnten. Aber der Einsatz der Bundeswehr löst diese Probleme nicht – er fordert nur Menschenleben, und zwar auf allen Seiten.

Ich wurde 1968 geboren, weit entfernt von den Gräueln der Weltkriege, die ich nur aus Büchern, dem Fernsehen und den Erzählungen meiner Großmutter kenne. Und ich lege überhaupt gar keinen Wert darauf, so etwas jemals persönlich kennen zu lernen. Aber ich fürchte den Tag, an dem der letzte Zeitzeuge des 2. Weltkrieges gestorben sein wird – dann wird vermutlich wieder ganz intensiv darüber diskutiert, ob Krieg nicht vielleicht doch nur “die Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel” ist. Und das Frieden und Demokratie und Freiheit und Wohlstand notfalls mit Bomben durchgesetzt werden müssen. Gewalt – auch staatlich sanktioniert – ist nie eine Lösung!

Deshalb war ich heute am Ehrenmal.